Sonntag, 15. Mai 2011

Haarscharf


Ich habe mir in der Vergangenheit haartechnisch schon so manche Sünde auf meine zarten Schultern geladen. Schließlich bin ich in der Zeit der Miniplies, ausrasierten Nacken mit vereinsamten, geflochtenen Zöpfchen, wahlweise rechts oder links, oder wie ich es damals machte…komplett 1 Meter Rastzöpfe (kein Witz Leute), groß geworden.

Es kamen die 90er, und hier war die Dauerwelle nach wie vor ein Thema, wenn auch die Locken größer wurden… Allerdings kann ich mit Stolz behaupten, diesem Trend nicht gefolgt zu sein…erstmalig ein Dank an meine Naturlockenpracht. Aber Hennarot musste es sein. Für alle, die das nicht kennen: Man schmiert sich eine grünlich-braune, übel riechende und an Schlamm erinnernde Pampe – natürlich alles ganz natürlich – ins unbedingt taillenlange Haar und lässt den Matsch so lang wie möglich einwirken, gerne auch über Nacht. Handtücher und Bettwäsche danken es einem.


Das Ergebnis am nächsten Morgen konnte sich sehen lassen, zumindest dachte ich das damals. Hennarote Haare sind heute ja nur noch was für die letzten vereinsamten Ökologie- & Sozialpädagogigstudentinnen und mit überschüssigem Testosteron ausgestattete Latzhosenträgerinnen. Wie kommt es eigentlich, dass ich nicht einen einzigen Mann kenne, der sich die Haare auch nur einmal mit Henna gefärbt hat? Sollten die tatsächlich schlauer sein als wir? Denn nur einmal mit Henna färben ist ja nicht, da sich das tolle, rein pflanzliche Zeug so dermaßen in die Haarstruktur einfrisst, dass es sich nie wieder auswaschen lässt. Ich habe mich dann relativ schnell für die schwarze Komplettfärbung entschieden…nur so war dem Rot noch Einhalt zu bieten und säbelt die über Jahrzehnte lang gezüchtete Mähne nach und nach immer mehr ab. Im kürzesten Fall war am Kinn Ende Gelände

Warum ich euch das erzähle? Ich habe heute nach dem Haare waschen, glatt ziehen und Pony stylen gemerkt, dass ich endlich genau die Frisur habe die zu mir passt.


So ein "Wow…ich gefall mir eigentlich ganz gut" Spiegel-Moment!

2 Kommentare:

  1. Das Thema "Haare" ist etwas, das man regelmäßig fotografisch dokumentieren sollte. Kaum etwas verursacht Jahre später Heiterkeit und Grusel zugleich :)

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  2. Seit es Digitalcameras gibt, ist auch so manche haarige Angelegenheit auf virtuellem Film gebannt...davor weisst das Fotoalbum jedoch wahrlich Lücken auf. Im Grunde sehr schade.

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