Mein Leben fühlt sich im Moment wie ein Eat Pray Love-Selbstfindungstrip an, nur ohne Javier Bardem, ohne Fernreisen, ohne das super Wetter, und irgendwie auch ohne Julia Roberts. Immerhin sind meine Dialoge meist nicht ganz so hölzern.
Die eine oder andere Erkenntnis gibt einem das Leben gerne gratis dazu. Ich werde nicht mehr glatter, ich werde nicht angepasster, ich werde nicht weniger direkt. Mich gibt es nicht als Light Version, ein paar Dezibel leiser, als Frau ohne Eigenschaften. "It’s not a bug, it’s a feature" das alles muss so sein. Ein guter Zeitpunkt, um ein paar Gewohnheiten und Ansichten zu überprüfen. Mal ein paar Dinge zu machen, die man schon immer mal machen wollte, oder lange nicht mehr gemacht hat. Wegkommen vom "man müsste doch mal". Einfach mal machen. Vielleicht zum ersten mal Pasta selbst machen, Karaoke singen (nüchtern!), die vielen Unterlagen endlich abheften, mehr lesen, mehr schreiben, mehr fotografieren.
Vielleicht etwas weniger Zeit vor dem Computer verbringen – in einer ganz normalen Arbeitswoche bin ich abends privat locker 25 Stunden oder mehr online. 25 Stunden - wow ein ganzen Tag? Das fühlt sich nicht falsch an, aber auch nicht so richtig, dass man es bei freier Zeiteinteilung nicht auch anders machen könnte. Oder all das auch nicht, vielleicht einfach nur abends ein wenig in Kuschelklamotten rumlümmeln und lesen. Erstaunlicherweise habe ich in Kuschelklamotten die besten Ideen, Gedanken und Gefühle und diese wollen auf virtuelles Papier gebracht werden....daher muss der Mac schon wieder angeschaltet werden.
Und neben all dem noch die große Frage: Wäre es nicht an der Zeit, etwas zurückzugeben? Den Überschuss der eigenen Ressourcen mit anderen zu teilen? Engagement zu zeigen, für eine Sache, die einen nachhaltig bewegt. Vielleicht gesellschaftlich, sich Zeit nehmen für andere – im Altersheim Geschichten vorlesen oder in einem Jugendzentrum eine Theatergruppe für Kinder gründen und sehr unkonventionelle Inszenierungen von Rotkäppchen, Rapunzel und Schneewitchen auf die Beine stellen? Vielleicht älteren Menschen das Internet erklären? Es reicht nicht, einfach ein bisschen Geld zu überweisen, damit andere sich kümmern und die Welt verändern. Trotzdem fehlt noch die richtige Idee, um nicht einfach irgendetwas zu machen.
Es ist gut, das als Momentaufnahme zu merken, dass man gerade nicht muss, sondern nur kann. Und zwar alles...
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