
Jawohl, keine Vorsatz für das neue Lebensjahrzehnt, das Zeug kommt mir nicht ins Haus. Ein inflationär zum Geburtstag aus allen Schubladen geholtes, auf Leistung basierendes Konzept, bei dem bisher Unerreichtes “ab morgen ganz anders” werden soll (das klassische Diäten oder Zigarettenproblem, man kennt das), und das persönliches Scheitern als Automatismus mit vorsieht, kann nicht gut sein, das kann niemandem gut tun.Das Wünschen hingegen ist fantastisch. Wer noch wünschen kann, hat Ideen. Hoffnungen. Sehnsüchte. Hat etwas, worauf er sich freuen, was er herbeisehnen kann – und weiß doch, dass nicht jeder Wunsch in Erfüllung geht. Womit wir bei meinem neuen Jahrzehnt, welches in wenigen Tagen beginnt sind...
Was also wünschen?
Man könnte sich einfache Dinge wünschen, wie guten Kaffee, frische Brötchen, funktionierende Internetverbindungen und schönes Wetter. Profan. Simpel. Schlicht. Doch wer einmal am Flughafen stand und auf einen Flug wartete (in meinem Fall Höchstwartezeit von knapp 10 Stunden), da überall Schnee lag, weiß, dass diese Banalitäten manchmal doch gar nicht so irrelevant sind, wie sie sonst scheinen. Und wer noch nie wirklich guten Kaffee hatte oder knackfrische duftende Brötchen nicht zu schätzen weiss, hat keine Ahnung, was ihm fehlt.
Man könnte sich auch die viel größeren Dinge wünschen. Weltfrieden zum Beispiel. Bessere Politik, die nicht nur für eine Gesellschaftsschicht gut ist. Besseren Journalismus, der sich auf seine eigentliche Rolle im Staat zurückbesinnt, statt mit der Politik auf einem roten Samtsofa zu kuscheln. Weniger Hass. Weniger Terror, weniger Krieg, weniger Gewalt. Mehr Höflichkeit, mehr Ehrlichkeit. Mehr Gelassenheit, mehr Gerechtigkeit, mehr Freundlichkeit, weniger Egoismus.
Man könnte sich auch die privaten Weltereignisse wünschen: Ein warmes Zuhause. Zeit. Ruhe. Jemanden, neben dem man einschlafen, und neben dem man aufwachen will. Eine Badewanne mit warmem Wasser und Schaumbergen. Ein gutes Essen mit Freunden. Schöne Bücher, bereichernde Gespräche. Liebe. Freiheit. Abenteuer.
Und dann wären da noch ein paar wünschenswerte Kleinigkeiten, nur so für mich: Wieder regelmäßig Sport machen, mehr lachen, mehr schlafen. Mehr qualitative Zeit mit Menschen verbringen welche mir am Herzen liegen, Fotografieren, Texte schreiben…oder eventuell das eine oder andere angefangene Buch endlich zu Ende zu schreiben, öfters Sushi machen, die ganzen Kochbücher hier mal durchkochen. Reisen, lesen, tanzen, öfters Freunde einladen und gute Musik auflegen, mich mehr mit Wein beschäftigen (ihn nicht immer nur trinken). Fallschirmspringen (Dank für den Tipp via Facebook), irgendwas neues lernen…Stricken zum Beispiel…falls mir nichts Besseres einfällt ;-)
Macht auf jeden Fall noch unendlich viele freie Plätze auf der Wunschliste, und vielleicht ist das mit den Wunschlisten wie mit den Sternschnuppen – die wirklich wichtigen Wünsche muss man geheimhalten. Sonst gehen sie nicht in Erfüllung.
Eines ist klar: Es bleibt spannend, erst recht jetzt, wo wieder ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
Also:
Genießt. Liebt. Tanzt. Lebt.
Wild und gefährlich….denn dreißig ist das neue Anfang zwanzig!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen