Mittwoch, 23. November 2011

Luftblasen

Für einen kurzen Moment einfach die Luft anhalten. Ohne zuvor so viel Luft wie möglich eingeatmet zu haben. Einfach mal für einen kurzen Moment zu atmen aufhören.

Sofort beginnt es zu Kribbeln im Brustbereich und das Herzklopfen wird lauter…und auch langsamer. Aber nur ein ganz kleines Bisschen….kaum spürbar. Und irgendwann beginnt man wieder zu atmen. Während die Luft ganz tief in die Lunge hineingesogen wird, freut sich der ganze Körper über die neu gewonnenen Energie.

Es gibt Momente die fühlen sich an, als würde man nicht mehr atmen. Man spürt eine Aufbruchstimmung, einen Wunsch. Um uns herum verändert sich alles rasend schnell und mit der Zeit geht man unter. Weil es verdammt schwer ist Veränderung zu ertragen. Sie überraschen einen, und man hasst Überraschungen….zumindest unerwartete. Das Kribbeln, das laute und intensive Herzklopfen im Brustbereich entwickelt sich zu einem enormen Druck und man möchte endlich wieder einen langen, tiefen Zug des wundervollem Gemisches an Stickstoff und Sauerstoff in sich aufsaugen.

Die Welt scheint – wie in einem Zeitraffer einer Bausimulation – neu aufzuerstehen. Teilnahmslos nimmt man diese Veränderungen hin und wartet. Wartet bis man sich wieder zurechtfindet, hier, in dieser Welt. Manchmal, wenn das Herzklopfen schon viel zu laut und viel zu selten ist, setzt man sich selbst viel zu sehr unter Druck. Man sieht kein Ende und man glaubt nicht an sich. Wie könnte man auch. Mit diesem gewaltigen Druck in der Brust und den unrythmischen Schlägen.

Und dann gibt es auch wieder diese Tage, an denen man endlich wieder tief einatmen kann. Und man ist froh, dass man die Zeit des Nichtatmens überwunden hat. Man kann kaum glauben, dass mit diesem einen Atemzug nun alles besser sein soll. Doch man fühlt es….noch ein Atemzug….noch einer. Die Energie, die plötzlich im Körper entsteht, überrascht einen und plötzlich fühlt man sich, als ob man bei dem Bau der Welt mithilft. Mit ein Teil davon ist. Die Schwäche ist nicht mehr spürbar – zumindest glaubt man es. Plötzlich ist die ganze Welt so wundervoll klischeehaft. Man könnte sprichwörtlich die Bäume ausreißen. Und endlich sieht man das "wieder atmen können" als ein funktionierendes Mittel für ein Umdenken. Man scheint innerlich um Jahre gealtert zu sein, man ist reifer und überlegter. Und natürlich belächelt man sich selbst, rückblickend auf die Zeit, in der man auf das Atmen verzichtete. Wie konnte man nur. Aber irgendwie weiß man auch, dass irgendwann auch mal wieder die Zeit kommen wird, in der man zu Atmen aufhört. Manchmal passiert das einfach so….gelegentlich lässt man sich auch mutwillig darauf ein. Aber umso mehr erkennt man jetzt, wie sehr man doch diese Zeit des Atmens genießen muss. Man kann sie leider nicht halten, aber man kann versuchen in ihr zu leben.

1 Kommentar:

  1. Genau dieses Gefühl stellt sich bei mir ein, wenn ich micht innerlich zu einer Veränderung entschlossen, und sie wirklich angenommen habe.

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