Mittwoch, 24. August 2011

Ich bin dann mal...


Wie lange sind inzwischen die Intervalle zwischen deinen Blicken aufs Handy? Ist das Internet non-stop angeschaltet bei dir zuhause? Und kommst du wirklich pünktlich zu Verabredungen, wenn du sagst, dass du kommst? Wann hast du das letzte Mal per SMS abgesagt und wer ist wirklich Freund bei Facebook? Schreibst du Stautsupdates für dich oder für andere? Und wessen Telefonnummer kannst du eigentlich auswendig? Ist der Rechner am Morgen das Erste, was du wirklich ansiehst? Und warum packst du auf einer Party oder im Restaurant mit zauberhafter Begleitung dein Handy aus? Denkst du bei einer lustigen Begebenheit gleich an Twitter oder Facebook? Und wann hattest du das letzte Mal eine echte Zeitung in der Hand? Und vergisst du dein Handy vielleicht auch mal? Wie wären Ferien ohne Mobiltelefon und Computer für dich?

Jeder sollte mal einen Moment innehalten und sich selbst kritisch hinterfragen. Am Ende vielleicht ein kleine Zölibat einplanen, weil ich glaube, dass es sehr gesund sein kann, wenn man sich zumindest zeitweise mal vom Erreichbarkeit und Internet löst - und dass man wirklich bewusster hinschaut, nachdem man das Buch gelesen oder Christoph Kochs Geschichte gehört hat, sobald jemand während eines Gesprächs das Handy auspackt, im Urlaub vom Meer twittert & facebooked oder auf einer Party mit dem Telefon nur verloren in der Ecke steht. Versteht mich nicht falsch, ich liebe das Internet, es hat mein Leben verändert und ganz viele kleine Ausrufezeichen hinein gemalt, ohne das Netz hätte sich vieles in meinem Leben nicht so grandios entwickelt, wie es das getan hat. Aber die Geschichte ist auch hier wieder ein bisschen wie mit der Liebe, so pathetisch und kitschig das klingt (das muss übrigens so sein), dass man, wenn es nicht mehr ohne geht, sich kurz seine eigene Unabhängigkeit zurück erobern sollte, das eigene Schritttempo, das nicht diktiert sondern selbst bestimmt wird, und dies nicht in Bezug auf Informationsbeschaffung sondern in Bezug auf Körperlichkeit im Sinne von Echtheit. Die Freiheit, auszuschalten, wegzulassen, Pause zu machen, zur Ruhe zu kommen. Die Unabdingbarkeit, sich auch von Technologie mal wieder zu lösen, um sie später wieder schätzen zu können. Das reflektierende Moment, dass man etwas, das immer da ist, nicht einfach ungefragt hinnimmt, sondern bewusst tut. Bewusst nutzt - und nicht wie selbstverständlich in jeden Bereich eindringen lässt….

Ich für meinen Teil, belasse gerne mal Mails und SMS mehrere Tage unbeantwortet…vorallem am Wochenende, bin oft "einfach nicht erreichbar" und so ziemlich in jedem Raum in jeder Handtasche ist ein Notizbuch vorhanden um wichtiges sofort notieren zu können…und ja, ich vergesse ziemlich oft mein Handy zu Hause und trotzdem lebe noch.

Und es tut nicht weh, wirklich kein bisschen!

Link zu dem Buch von Christoph Koch: http://www.amazon.de/Ich-bin-dann-offline-Selbstversuch/dp/3764503742


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