Freitag, 22. Juli 2011

Das Hotelzimmer


Darmstadt Welcome-Hotel...Es riecht nach Lufterfrischer, Ozean oder wie das Zeug genannt wird, nach dem auch Axe und Klosteine immer riechen und Ozeane nie.

Zwei Bilder, Don Quijotte von Daumier und ein Hafen, der zu lebendig wirkt, um nicht von Turner gemalt zu sein. Es gibt keine Minibar, aber zwei Flaschen Wasser, still und medium, zwei Gläser und zwei Säfte, Apfel und Orange, auf dem Holztisch. Davor steht ein Stuhl. Das Bettzeug ist weiß, hart und kalt. Ich überlege, wann ich zuletzt in solch gestärkter Bettwäsche geschlafen habe. Auf dem Nachttisch liegt ein "Gute-Nacht" Feuchtigkeitstuch (?) neben einer Lampe. Die Vorhänge sind beige der Teppichboden blutrot, der Griff am Kleiderschrank ist leicht abgegriffen. Im Badezimmer riecht es nach Seife, aber es ist keine da...nur ein Duschgelspender. Handtücher, groß und klein. Steril in weiß, weiß und nochmals weiß. Potpourri auf dem Spülkasten, Nelke, Zimt oder doch Citrus? Schwer zu beschreiben. Durch das Fenster eine breite Straße, bewölkter Himmel, ein Parkplatz, ein paar Bäume, der Herrngarten, ein Schloss und eine Stadt, hinter der es dunkel wird. Der falsche Ort, um über das eigene Leben nachzudenken, aber der richtige, um etwas daran zu verändern.

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