Wie lange sind die Intervalle zwischen deinen Blicken aufs Handy? Ist das Internet non-stop angeschaltet bei dir zuhause? Und kommst du wirklich pünktlich, wenn du sagst, dass du kommst? Wann hast du das letzte Mal per SMS abgesagt und wer ist wirklich Freund bei Facebook? Schreibst du Statusupdates für dich oder für andere? Und wessen Telefonnummer kannst du überhaupt noch auswendig? Ist der Laptop am Morgen das Erste, was du wirklich ansiehst? Und warum packst du auf einer Party dein Handy aus? Denkst du bei einer lustigen Begebenheit gleich an Twitter oder Facebook? Und wann hattest du das letzte Mal eine echte Tageszeitung in der Hand? Und vergisst du dein Handy auch mal? Wie wären Ferien ohne Mobiltelefon und Computer für dich?
Einen Moment innehalten und sich selbst hinterfragen. Am Ende vielleicht ein kleines Zölibat einplanen?!?! Weil ich glaube, dass es nur gesund sein kann, wenn man sich zumindest zeitweise mal vom Internet löst und dass man wirklich bewusster hinschaut. Nachdem ich das Buch "Ich bin dann mal offline" von Christoph Koch gelesen hatte wurde mir bewusst, dass es auch anders geht…nicht ganz anders aber zumindest ein bisschen. Sobald jemand während eines Gesprächs das Handy auspackt, im Urlaub vom Meer twittert oder auf einer Party mit dem Telefon in der Ecke steht….sollte man mal kurz in sich gehen.
Versteht mich nicht falsch, ich liebe das Internet, es hat mein Leben verändert und ganz viele kleine Ausrufezeichen und Herzchen hinein gemalt, ohne das Netz hätte sich vieles in meinem Leben nicht so grandios entwickelt, wie es das getan hat. Aber die Geschichte ist auch hier wieder ein bisschen wie mit der Liebe, so pathetisch und kitschig das klingt (das muss übrigens so sein), dass man, wenn es nicht mehr ohne geht, sich kurz seine eigene Unabhängigkeit zurück erobern sollte, das eigene Schritttempo, das nicht diktiert sondern selbst bestimmt wird, und dies nicht in Bezug auf Informationsbeschaffung sondern in Bezug auf Körperlichkeit im Sinne von Echtheit.
Die Freiheit, auszuschalten, wegzulassen, Pause zu machen, zur Ruhe zu kommen. Die Unabdingbarkeit, sich auch von Technologie mal wieder zu lösen, um sie später wieder schätzen zu können. Das reflektierende Moment, dass man etwas, das immer da ist, nicht einfach ungefragt hinnimmt, sondern bewusst tut. Bewusst nutzt - und nicht wie selbstverständlich in jeden Bereich eindringen lässt. Ich trage zum Beispiel schon immer stets ein Notizbuch mit mir herum, komme im Grunde nie zu spät und ich vergesse ab und an mein Handy. Es tut nicht weh, kein bisschen….
Daher werde ich mir kommendes Wochenende mal eine kleine Internetauszeit gönnen um es wieder bewusster schätzen zu wissen…
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