Montag, 21. März 2011

Regenbogengefühlsbunt ist die Nacht...


Es ist halb 1 Uhr nachts. Ich bin seit gefühlten hundert Stunden wach und meine Augenringe reichen mir bis zu den Knien. Aber ich bin im Grunde gerne lange wach. Irgendwann macht mein Kopf verrückte Sachen und ist auf einmal ganz wach und ich bin zu Gedanken fähig, die ich im richtig wachen Zustand nie haben würde.

Nächte gefallen mir. Weil sie ganz viel Melancholie enthalten und immer einen bittersüßen Beigeschmack haben. Nachts ist man immer etwas ehrlicher. Da fällt es einem leichten über das Leben, die Liebe und den ganzen Rest zu sprechen. Vielleicht weil man das Gefühl hat, die Dunkelheit gäbe einem Schutz, würde einen verstecken und nie bloß stellen. Alles kommt zur Ruhe, man selbst am meisten und redet völlig frei über alles, was auf das Herz drückt, über Gefühle und Ängste, über Hoffnungen und Träume. Weil das einfach nachts am besten geht.

Nachts kommen auch gerne Gedanken, die man tagsüber versucht hat wegzusperren. Nachts kommen auch die Ängste, die einen zerfressen, wenn man sich in der Dunkelheit der Nacht versteckt. Nachts kommt alles. Nachts stürzt alles auf einen ein. Nachts kann alles gut werden. Nachts kann alles passieren.

Tage sind da viel härter. Es ist zu grell, zu laut, zu unbedacht. Nichts hat seinen Platz, alles ist dem stetigen Wandel unterworfen. Ruhe findet man nicht. Die findet man sowieso schwer. Aber tagsüber noch viel schwerer. Man ist von Hektik und Leben umgeben, hat keinen Platz um richtig durchzuatmen. Aber sobald es dunkel wird und alles langsam zur Ruhe kommt, tut man es auch selbst.

Das Leben ist schon absurd, wenn man es so betrachtet. Nichts bleibt, alles ist in ständiger Bewegung und niemand kann Dich einfach einmal festhalten und sagen: “Lass es laufen. Wir bleiben kurz im Nichts stehen und lassen die Zeit still stehen.” Weil das nie funktioniert. Oder vielleicht braucht man dazu einfach nur den richtigen Menschen.....diese Rosazuckerwattenliebe? Wo alles immer gut ist und nie gestritten wird? Nein...auf keinen Fall! Manchmal muss man zusammen den Boden unter den Füßen verlieren und eine vertraute Hand haben, an der man sich festkrallen kann. Aber man muss sich gelegentlich auch hassen können. Denn der Grad zwischen Liebe und Hass ist so schmal, dass er einfach hin und wieder überschritten werden muss, dass es auf Dauer spannend bleibt. Es muss diese ausgewogene Mischung sein… zwischen Samthandschuh und Peitsche. Das ist, was auf Dauer hält. Die Rosazuckerwattenliebe vergeht. Weil das Leben nie nur rosa sein kann. Es muss bunt sein... kunterbunt ...Regenbogengefühlsbunt!

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