Freitag, 11. März 2011

Hollywood: Jetzt mit 20% mehr Drama

Ich vermeide den Konsum von romantischen Komödien, oder romantischen Dramen, insbesondere aus Hollywood-Produktion. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich den letzten Film geschaut habe, in dem kein Hubschrauber explodiert ist oder Blut floss. Vielleicht: Hautnah wegen Jud Law. Davor: Hitch the Date Doctor wegen Will Smith. Davor: Was Frauen wollen.
Bücher, in denen es um Liebespaare geht, die am Schluss glücklich zusammen sind, versteigere ich im Allgemeinen schneller bei Ebay oder verschenke sie, als man "“Suche impotenten Mann fürs Leben"” sagen kann.
Ich habe da nämlich eine Theorie, die ich in einer empirisch völlig irrelevanten Studie (Menge der befragten Personen: 1, Interviewer: ich, interviewte Person: ich) belegt habe: romantische Komödien ruinieren auf lange Sicht die Beziehungsfähigkeit.
Wenn man nämlich im zarten Alter von ungefähr 14 Jahren, damit konfrontiert wird, dass man auch als Nutte sein Glück finden kann, dass der Satz “Ich habe eine Melone getragen” nicht jede Chance ruiniert, dass man nur Latzhosen, Hornbrille und furchtbare Frisur loswerden muss, um Prom Queen zu werden, oder dass man nur Hochzeiten nach draußen verlegen muss, um den Fluchttrieb der Braut zu unterdrücken, dann weckt das gewisse Erwartungen. Wenigstens sterben Romeo und Julia und Jack Dawson.
In diesem Alter hat man als Mädchen ohnehin eine etwas verschwommene Sicht der Realität und zugleich noch wenig Möglichkeiten, diese Sicht mit der echten Welt abzugleichen.
Wenn man also so ein, zwei Jahre später auf die etwas irritierten Herren ähnlicher Altersklasse losgelassen wird, verfügt man über einen reichen Erfahrungsschatz aus zweiter Hand darüber, wie Jungs sich zu verhalten haben.Es dauert Jahre und eine Handvoll gescheiterter Beziehungen, bis man das wieder aus dem Kopf raus hat. Und wenn man sich der proromantischen Indoktrination nicht verweigert, geht das wahrscheinlich gar nicht mehr weg.

Vor ein Paar Tagen habe ich dann noch eine weitere Quelle meiner unrealistischen Erwartungen entdeckt - Musikvideos von Balladen. Männer laufen nicht nachts in langen Mänteln und schwarzweiß durch verregnete Straßen oder trostlose Bahnhöfe, um der Verflossenen nachzutrauern. Männer kommen nicht mit einem Arm voller roter Rosen vorbei, um sich für irgendwelchen Quatsch zu entschuldigen. Männer komponieren nicht am Klavier voller Inbrunst Oden an die Geliebte. Und wer kann es ihnen verdenken - die Herzensdame würde wohl hinterher sagen “Ja, ist ja schön und gut, aber könntest du bitte zuerst den Müll runterbringen?” Die Welt ist kein romantischer Hollywood-Film, kein rosa eingebundenes Buch im Regal unter “Frauen”, und auch kein James-Blunt-Lied. Die Welt ist vor allem schlechtes Timing, blöde Umstände, alte Narben, Missverständnisse, Trennungen. Ach ja, und schlechtes Wetter, Flugverspätungen und einkaufen beim Morrison.

Jungs haben es da wohl leichter - die werden nur vom Pornokonsum zu völlig unrealistischen Erwartungen über das sexuelle Verhalten von Frauen angeregt. Das lässt sich mit ein paar Ohrfeigen rechts und links jedoch im passenden Moment schnell wieder kurieren...

5 Kommentare:

  1. I like, aber das mit dem Pornokonsum würd ich gern mal ausdiskutieren

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  2. Thomas...kein Problem, ich diskutiere wahnsinnig gerne!
    Lass mal Deine Argumente hören ;-)

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  3. ha ha ha! wird so unterschrieben..

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  4. also wenn ich Deinen Blog so lese, gibts da offensichtlich noch ne Menge mehr Themen die mal zu diskutieren wären

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  5. Mein liebstes Hobby: Nächtedurchdiskutieren

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