Aber, da ich zum einen nie vorsätzlich jemand ärgern würde *hust* und zum anderen mein MacBook ja während des Urlaubs in die Knie ging...habe ich nun, nachdem ich heute endlich die Daten von der Festplatte retten konnte, unter anderem dieses posting gefunden, welches ich kurz nach der Ankuft...auf der Liege am Pool, mit Cocktail in der Hand und Sonnenschein (ja, das musste jetzt sein) getipselt habe.
Daher nun mit etwas Verspätung...
Die Qualität eines Urlaubs verhält sich reziprok proportional zur Beschissenheit des Hinkommens. Will meinen: Je toller das Ziel, desto ätzender der Weg dahin. Flip Flop-Wetter gibt es im Dezember ja leider nur im Zusammenhang mit mindestens 8 Flugstunden. Und weil ich im Winter regelmäßig nach Sonne lechze...kam Malediven über Weihnachten wie gerufen.
Die Trauminsel unserer Wahl hört auf den Namen Veligandu, und ist der mit Abstand schönste 500 x 100 Meter Haufen Sand im Meer, den ich je gesehen habe. Schon Mark Twain befand 1896: "Erst schuf Gott die Malediven und nach diesem Vorbild das Paradies". Okay, er sagte dies über Mauritius...aber bestimmt war er damals noch nicht auf den Malediven!
Die Trauminsel unserer Wahl hört auf den Namen Veligandu, und ist der mit Abstand schönste 500 x 100 Meter Haufen Sand im Meer, den ich je gesehen habe. Schon Mark Twain befand 1896: "Erst schuf Gott die Malediven und nach diesem Vorbild das Paradies". Okay, er sagte dies über Mauritius...aber bestimmt war er damals noch nicht auf den Malediven!
Allerdings mussten weder Gott noch Twain einen Endlosflug mit Zwischenstop und Weiterflug mit Wasserflugzeug buchen, um sich an den Traumstränden zu aalen... sonst hätten sie uns vielleicht noch ein paar Tipps gegen Langeweile auf Langstreckenflügen an die Hand gegeben. Und so warten horrende 9,5 (Frankfurt-Colombo) + 1,5 (Colombo-Male) 0,5 (Male-Veligandu) Flustunden, 3 romantische Komödien, 2 Tetris-Malzeiten und ein 30 ml-“Begrüßungcocktail“, als ich in den Flieger steige auf mich. Ich mache es mir auf meinem Gangplatz bequem (Fenster macht auf Langstrecken keinen Sinn), stürze meinen Fingerhut Gin Tonic runter (immerhin mit Bombay Saphire) und stöpsele mich in das leichte Unterhaltungsprogramm ein. Auf Kanal 1 läuft Kuschelrock (Kein Kommentar...), auf Kanal 2 eine Comedy-Dauerschleife (immerhin mit Peter Ustinov), auf Kanal 3 die Tonspur zur Fliegerglotze (immerhin „Two and a half Men“). Ich bin unentschlossen und entscheide mich zunächst für eine Runde Mashup auf meinem mp3-Player, um die quäkigen Kinder vor mir auszublenden.

Die ersten 4 Stunden verlaufen ohne Zwischenfälle. Nachdem ich die freundliche Stewardess überredet habe, mir zwei weitere Mini-Longdrinks zu reichen, um meinen Magen über das zerkochte Gemüse an matschigem Hähnchenfrikassee hinweg zu trösten, bin ich frohen Mutes und werde schläfrig. Ich döse in der ersten Hälfte von „Up in the Air“ weg und wache in der zweiten Hälfte von „Valentinstag“ wieder auf. Zufälliger (?) Weise spielen beide Streifen an Bord eines Flugzeugs, und die Handlung ist so verblüffend ähnlich seicht, dass ich das erst im Nachhinein bemerke. Macht auch nichts, ich wurde angenehm unterhalten.

Aber vor dem nächsten acryllumhüllten Snack, der schon durch die Gänge gondelt, brauche ich Bewegung. Guter Zeitpunkt für einen Ausflug im Flug. Darum mache ich einen kleinen Spaziergang, und dabei eine Entdeckung: Es gibt jetzt ein neues Flugabteil, ein Zwischending zwischen Holzklasse und Business. „Premium Economy“ nennt sich das. Ob die Sitze breiter sind, kann ich nicht erkennen, jedenfalls sind es die Passagiere. Außerdem gibt es Kissen mit Baumwollbezug und Pantöffelchen, sowie Schlafmasken. Und etwas, das auf jeden Fall für die semi-Luxus-Ecke spricht: Alle schlummern friedlich und ungestört. Was man von der Economy-Ecke nicht behaupten kann. Ist auch schwierig, wenn auf der anderen Gangseite ein französischen Rentner sitzt, der mit der Dezibel-Stärke eines Lastwagens schnarcht. Oder neben einem Säugling, der gegen seinen Willen da ist. Ganz zu schweigen von den sonderbaren Grundsatzdebatten, die junge Pärchen gerne und laut im Flieger führen (praktisch und fatal zugleich: Keiner von beiden kann davonlaufen).
Zudem ist solch ein Langstreckenflug mal wieder einer der zahlreichen Momente, in denen ich echt gerne Nichtraucherin wäre.
Fazit: Der erste Atemzug am Ankunftsort (auch wenn dieser von Nikotin belastet war)....hat auch dieses Mal wieder alles wett gemacht hat - nächstes Mal werde ich ernsthaft über ein Upgrade nachdenken.
P.S. Beim Rückflug hatten wir uns dann doch für "erste Klasse" Colombo-Frankfurt entschieden.
6 von 9,5 Stunden geschlafen, den Rest mit a la carte Essen & Trinken verbracht und die umfangreiche Zeitschriften Auswahl quer gelesen...herrlich...und jeden cent wert!
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