Sonntag, 16. Januar 2011


Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr mit nassen Haaren aus der Dusche kommt und sie sich so voll Wasser gesaugt haben, dass der Kopf fast nach hinten gezogen wird? Stellt euch mal vor, das würde mit Gedanken passieren. Wenn Gedanken auch ihr eigenes Gewicht hätten...wäre ich deutlich übergewichtig.
Ich finde, dass Gedanken was ganz tolles sind und ich habe Angst vor dem Tag, an dem es Geräte gibt, mit denen man sie lesen kann. Weil so Überlegungen was ganz privates sind und ich mir aussuchen möchte, mit wem ich sie teile. Aber manchmal, da ist das menschliche Denken ein richtiges Arschloch, dem man einfach nicht aus dem Weg gehen kann...nicht abschaltbar. Du kannst es nicht einfach stoppen und sagen: Ach nee, lass mal... ich will da jetzt nicht drüber nachdenken.
Am Abend zum Beispiel. Wenn ich im Bett liege ist es so, als käme ich mit einem, voll mit Gedanken gesaugten Gehirn aus einer Dusche; der warme, einlullende Dunst verschwindet und alles was bleibt ist die wachrüttelnde Kälte des Badezimmers, die mich auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Dann stürzen alle Gedanken, mit Vorliebe natürlich die negativen, auf mich ein. Diese Gedanken, die man tagsüber noch wunderbar und spielend leicht verdrängen kann, kommen dann mit ihrem ganzen Gewicht...triefend nass mit ins Bett.
Aber trotzdem...ich möchte sie nicht missen...mag meine nachdenkliche Seite sehr gerne. Mag die wohlige Schwere, welche sie gelegentlich mit sich bringt. Sie stellt einen harmonischen Kontrast zu meinem, meist sehr ausgelassenen, gut gelauntem, unbeschwertem, frivol-rasantem Wesen da.
Irrealität, Reflexion, Abwägung, Tiefsinn, Substanz...all das macht es aus, jedem dieser, auch noch so kleinem Vertreter der Gattung "Gedanken" Aufmerksamkeit zu schenken.

1 Kommentar:

  1. geht mir ähnlich - ich nenn das "mindfucking games", was mein Hirn da spielt.
    Donna

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