Es gibt wenige Dinge, die uns unser ganzes Leben begleiten. Da gibt es zuerst den Kindergarten, die Grundschule, dann kommt die weiterführende Schule, zwischendrin ist man dann vielleicht Mal umgezogen, die Oma ist gestorben und der Wellensittich nutzte die Gunst der Stunde und verschwand durchs offene Fenster. Dinge, die irgendwie ganz normal sind. Es ist normal Freunde zu haben, die dich ein Stück auf deinen Weg begleiten, um sie in einem anderen Lebensabschnitt wieder durch neue zu ersetzen. Lebensgefährten, Partner, Ehemänner und Frauen kommen und gehen, aber eine Garantie, dass sie bleiben, haben wir nicht.
Immer ist das Risiko mit dabei und wir wissen nicht wie lange die jetzige Situation anhält, bis dann schließlich ein guter Freund seine Koffer packt um in einem anderen Land zu studieren, die Freundin welche ihrem Freund nach Hintertupfingen folgt um Kinder zu bekommen und fortan Kuchen zu backen. Fast unendlich oft müssen wir uns in unserem Leben von Kleinigkeiten, Gewohnheiten und Bedürfnissen verabschieden. Ein Prozess, welcher zum Glück schon früh anfängt, damit uns unangenehmen Situationen in Zukunft nicht gänzlich vernichten.
Was bleibt sind die Erinnerungen an eine Situation, einen Menschen, ein Gefühl oder Geruch. Ein Bild, welches in unserem Kopf kleben bleibt, weil wir daran festhalten, weil uns diese Situation bereichert hat und wir sie nicht wieder hergeben möchten. Manchmal schneiden wir uns mit solchen Gedanken ins eigene Fleisch, manchmal fließen heiße Tränen bei längst Vergangenem über das Gesicht und manchmal fangen wir lauthals an zu lachen, zu schmunzeln oder zu grübeln.
Der ganze Gedankenbrei ist oben in unserem kleinen Gehirn fest verankert. Fast so wie in “Die unendliche Geschichte”, wo die Erinnerungen in kleinen Glaskugeln herumschwirren. Trotzdem halten wir an manchen Erinnerungen sehr stark fest, manchmal wäre es besser, wenn wir unsere Glaskugeln fallen lassen, so dass die Erinnerung verrinnt und im Alter verschwinden sie dann meistens ganz von alleine, ohne dass wir dagegen etwas tun könnten....auch die Schönen...leider. Was wir meistens wohl vergessen ist, dass es noch viele weitere Erinnerungen in Zukunft zum abspeichern gibt und deswegen sollten wir die schönen Momente nutzen, um sie auszukosten und die schlechten dazu gebrauchen, um etwas aus ihnen zu lernen.
Nur der Denkende erlebt sein Leben, an den Gedankenlosen zieht es vorbei.
Marie von Ebner-Eschenbach
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