Denn genau das machen sie nicht, meine Sachen, meine Dinge. Sie breiten sich aus, sie quellen über, vermutlich proben sie die baldige Machtübernahme in der Wohnung. Und da ist es auch schon, mein Problem, schon wieder ein Problemchen, hört das denn nie auf. Wie soll Zucht und Ordnung unter den Dingen herrschen, wenn Platz durch Wände (Mauer) und Wände (Regale) begrenzt ist, die Sachen aber, und das liegt ja nun in der Natur der Schuhe, immer mehr werden? Wie, auch mal was wegwerfen?
Was hab ich noch? Schuhe, Taschen, Mützen, Kleider. Ich habe hier nur einen einzigen, dafür aber ausgesprochen weisen Rat: es darf im Schlafzimmer auf keinen Fall ein Stuhl oder Sessel stehen, Fernseher übrigens auch nicht, aber das ist eine andere Geschichte. Ein Stuhl oder Sessel im Schlafzimmer bedeutet das sichere Ende, man wird nie wieder knitterfrei das Haus verlassen. Warum? Weil sich dort alles sammelt, was man von der Routine erschlagen mit letzter Kraft von sich streift oder halt betrunken grobmotorisch von sich wirft, vorausgesetzt man wird den BH los, ohne dass er sich ausweglos im T-Shirt verheddert und man Gefahr läuft, sich auch noch selbst zu strangulieren. Irgendwann kommt der Tag, an dem man das wegräumen muss, oder an dem man diesen einen grauen Schal braucht. Aufräumen kann man das Ganze übrigens relativ schnell, indem man einfach alles in den Wäschekorb wirft, dann allerdings will es irgendwann gewaschen werden. Seht Ihr, was ich meine? Es ist so ermüdend.

Meine Schuhe und Taschen sind ebenfalls schlecht erzogen, beides sammelt sich im Flur, weil es das letzte ist, was ich anziehe und das erste, was ich von mir werfe. Ich gehöre zu den Frauen, die nicht jeden Tag eine andere Tasche benutzen die zum Outfit passt. Aber was ist mit den anderen Taschen... die wollen ja alle auch mal an die frische Luft. Daher hole ich meist eine raus und merke, das ich ja nun alles umräumen müsste und verwerfe den Gedanken wieder. Tja...das soeben aus dem Schrank befreite und wieder verworfene Modell landet dann erstmal im Flur auf dem Boden. Nur am Ende der Woche liegen sie dann da und wollen aufgeräumt werden, dito die Schuhe. Und man kann sie noch nicht mal einfach in die Waschmaschine werfen.
Was ich brauche ist ein Schloss. Was ich brauche sind begehbare Kleiderkammern, was ich brauche ist eine Zofe, was ich brauche ist eine Bibliothek, was ich brauche ist Google Appartment. Bis es soweit ist werden sich meine Sachen weiterhin einen Dreck um Regale scheren und mir das Leben umständlich machen. Allein im Kühlschrank herrscht Ordnung. Kinderspiel, der ist leer, und da ist es ja schon, mein nächstes Problemchen.
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