Ich fluche für mein Leben gerne. Zugegebenermaßen ist das wenig damenhaft, aber gegen meine Natur kann ich nicht an. Schließlich komme ich vom Land und wenn man bei den Kraftausdrücken nicht mithalten kann, dann wird man nichts bei der Landjugend. Also war ich früh ganz vorne mit dabei.
Ich gehörte auch zu den ersten, die mit ausländischen Schimpfworten um sich werfen konnte. Da ich schon früh sehr polyglott war, erlernte ich all die gängigen Flüche und Beschimpfungen in den wichtigsten Sprachausprägungen des Dorfes...sogar im Dialekt. Mein Repertoire an englischen Flüchen vergrösserte ich auf quasi allen Reisen, Spanisch kam die letzten drei Jahre noch dazu. Heute kann ich in fünf Sprachen und gut sechs Dialekten fluchen. Auch in die Tierwelt bin ich schon vorgedrungen: ich schimpfe wie ein Rohrspatz.

Manche Menschen mißverstehen solche Ausbrüche möglicherweise als Indiz für niedere Bildung oder ein gepflegtes Tourette-Syndrom. Die haben keine Ahnung. Die wissen nicht, wie befreiend es sein kann, sich etwaigen Ärger stante pede von der Seele zu rotzen. Fluchen befreit, meckern macht glücklich, dissen entspannt. Und weniger verlogen als das übliche Schönwettergerede ist es auch.
Mancher Politiker der alten Schule, der noch ein Gesicht und nicht nur einen Namen hatte, der hätte mich verstanden. Ein Joschka Fischer, der raunzte “Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch” oder ein Helmut Schmidt, der vom Rednerpult brüllte “Es ist doch immer dieselbe alte Scheiße, die hier erzählt wird!” Das ist herrlich, das ist authentisch, das macht Spaß. Was den heutigen Nasen in der Politik mit ihrem schleimigen Betroffenheitsgerede abgeht....Pissnelken sind das!
Für Mitflucher und Auchschimpfer, für Meckerer, Motzer und Stänkerer anbei ein beschissener Link:
Und wer mich gleich hier and Ort und Stelle zur Sau machen will – nur zu. Be my guest!
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