Sonntag, 1. Januar 2012

2012


Irgendwann ist dieses “Wenn ich mal groß bin” plötzlich jetzt. Dabei fühlt man doch noch so furchtbar klein, man wollte bis dahin doch noch soooo viel wachsen, man wollte so viel tun, so viel erleben, so viel sein. Man wollte vieles dis dahin ausprobieren und so lange wagen, bis die Angst davor einfach verschwunden wäre. Von allein, weil man diesen Schutzmechanismus, nicht mehr braucht. Bis man ohne Stützräder durch seine Welt fahren, sich wirklich frei fühlen und das ohne die Ahnung, den Gedanken daran, dass man gleich auf die Fresse fallen könnte.
Dieses “Wenn ich mal groß bin” Gefühl macht nämlich nur Spaß, wenn man selbst erst 1,30 ist oder wenigstens so tun kann als wäre man es. Man kann sich noch nicht entscheiden, man weiß noch nicht, was man will, und man möchte das auch noch gar nicht und muss es auch noch nicht. Wofür die ganzen Möglichkeiten und Träume verschwenden, wofür die jugendlichen Allmachtsphantasien eintauschen gegen eine sichere Bank, auf der man dann den Rest des Lebens hoffentlich bequem sitzt und sich langweilt? Als hypothetisches Gedankenspiel macht “Wenn ich mal groß bin” irrsinnigen Spaß, aber auch nur als das. Wenn es dann auf einmal da ist, muss man den gleichen Satz mit “Jetzt, wo ich groß bin…” beginnen und dann ist der Spaß vorbei. Weil man immer noch nicht kann und nicht will, aber muss. Plötzlich ist man dreißig, 1,7 Meter groß und hat Schuhgröße 37 und alle erwarten, dass das jetzt auch heißt, dass man sicher im Leben steht oder wenigstens weiß, was und wo man sein möchte, wann und wie und überhaupt. Dabei ist die einzige Konstante in Leben die Unsicherheit, aber auf ihr kann man wenigstens wunderschöne, riesengroße und kunterbunte Luftschlösser aufbauen....

2 Kommentare:

  1. Wer oder was hindert Dich daran, es bei den Luftschlössern zu belassen?

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  2. Du meinst es beim Träumen zu belassen? Warum denn das bitte?

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