Samstag, 17. Dezember 2011

Ankommen und bleiben wollen...

Aus dem Koffer leben, mehrere Tage oder auch Wochen pro Monat, aber es ist nicht befreiend, wenig bei sich zu haben, da soviel fehlt. Nie wirklich ganz auspacken, einzelne Kleidungsstücke einfach herausziehen, da, wo man gerade ist, verstreuen, um sich heimisch zu fühlen (was aber in den meisten Fällen nicht klappt), alles wieder hineinstopfen, drücken, quetschen… die Stoffe zerknittern. Alles durcheinander, verhakt, verknotet und gequetscht. Keine Ahnung, wann das letzte Mal ein Koffer von mir wirklich aufgeräumt war. Ich bin es schon lange nicht mehr. Und was wirklich schwer wiegt, schwerer als das bisschen Gepäck, sind die Gründe für das hin und her, das Wiederkommenmüssen oder das Gehenlassen.

Menschen, Orte, Erlebnisse fließen vorbei, wie sie das schon immer taten, aber sie lassen sich nicht mehr festhalten – mir rinnt alles durch die Finger, sammelt sich am Boden in Pfützen, durch die ich allzu oft alleine laufen muss, ohne eine helfende Hand, und meine Füße werden nass und mir ist kalt und ich möchte zur Ruhe kommen, aber da ist keine Ruhe in mir und ich finde sie auch an keinem der bereisten Orte, denn die Verweildauer ist immer zu kurz. Die Welt wackelt und dreht sich, ein Karussell der Verpflichtungen, Termine, eigenen Verfehlungen, Ängste und Zwänge, immer weiter, es will gar nicht mehr aufhören, und irgendwann kann man dann auch gar nicht mehr absteigen, man wundert sich nur, warum einem so kotzübel ist. Und dass es nicht zu einer Erleichterung führt, sich zu "beschwere"…die Erdanziehungskraft zu nutzen, dann grinst einem dieses Wort schon selbst entgegen – hier kommst du nicht mehr raus, Hände hoch, gib auf und fall erneut auf die schon aufgeschlagenen Knie.

Wunderbare Illusionen, deine Seifenblase ist geplatzt, hier ist der harte und kalte Boden. Hier bist du. Und jetzt hör endlich auf, fliegen zu wollen, du schwacher kleiner Mensch. Das einzige was Dir helfen kann ist die Zeit…ätsch!

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