
Ich schreibe gern. Habe ich eigentlich schon immer. In der Schule, im Leistungskurs Deutsch, seitenweise privat und für andere und und und... Meine Mum meinte schon oft, dass ich schon immer gut mit Worten umgehen konnte und Rhetorik eine meiner Stärken ist und ich mal versuchen sollte mehr als nur kurze Blogbeiträge zu schreiben. Ich mag Worte. Sie lassen sich formen und biegen, bis man sie kaum wiederkennt, zu Sätzen zusammenpressen und einzeln in die Luft werfen. Sie füllen einen leeren Raum mit Sinn. Sie haben nicht nur Bedeutung, sie haben mehr als das. Tiefe. Erkenntnis. Und, mit ein bisschen Glück, manchmal sogar Weisheit. Ohne Worte hätte die Menschheit – man verzeihe mir diesen Ausdruck – verschissen. Ich liebe, was man mit Worten anstellen kann.
Auf der anderen Seite gibt es Durststrecken in meiner Kreativität, die dafür sorgen, dass ich tag-, manchmal sogar wochenlang meine Tastatur nur benutze, um ein Paar Passwörter einzugeben und hier und da bei Twitter und Facebook ein Paar kurze Sätze in die Weiten des WWW sende. Da kommt dann einfach nichts, was über das Ausmaß eines Satzes hinaus kommt. Kopf ist hohl und leer. Egal, wie sehr ich mich anstrenge, ich kann nicht auf Kommando wortgewaltig sein, und je mehr ich mich dazu zwingen will zu schreiben, desto weniger funktioniert es. Das wiederum frustriert mich dann ungemein, weshalb ich dann irgendwann aufgebe, und meine Worte nicht mehr anrühren. Bis, vielleicht, irgendwann der nächste Schub an Kreativität, manche nennen es Geistesblitz, einsetzt und ich wieder so viele Ideen habe, dass ich gar nicht weiß, wann ich sie zu Papier (oder zu Datei) bringen soll.
Und dann gibt es da noch diese Phase, in der ich kreativ, aber unerträglich faul bin. Besonders, wenn es viel anderes zu tun gibt habe ich oft einfach keine Lust mehr, abends noch am PC zu sitzen und Blogeinträge zu tippen. Obwohl ich weiß, dass es mir Spaß macht – oder Spaß machen würde – aber ich kann mich einfach nicht recht überwinden oder habe nach fünf Minuten keine Lust mehr. Ja, ja…der innerer Schweinehund ist der loyalste Freund den man sich wünschen kann.
Das alles macht es natürlich schwierig, einen Blog regelmäßig zu betreiben. Aktuell fange ich wieder damit an und bis jetzt klappt es eigentlich ganz ordentlich hier regelmäßig etwas zu hinterlassen, ich habe keine Ahnung, ob es funktionieren wird oder von Dauer sein wird. Ich mache es trotzdem, weil ich es will und gewillt bin, es zumindest mal wieder zu versuchen. Zudem macht es den Kopf frei hier und da mal etwas auf virtuelles Papier zu bringen und Kapazität für neues Denkmaterial zu schaffen….
„Die Welt des Schreibens und Schreiben müssens ist voll von großen Worten und Begriffen, die ihre Gegenstände verloren haben.“
(Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften)
Es gibt Menschen, die singen Lieder.
AntwortenLöschenEs gibt Menschen, die malen Bilder.
Es gibt Menschen, die fotografieren.
Ich kann weder das eine noch das andere.
Dafür schreibe ich - so wie Du.
So wie Du liebe ich das Spiel mit dem Wort und bin fasziniert davon, wie viel es vermag, in anderen Menschen zu bewegen. Wie viel wir von uns selbst mitzugeben vermögen, teilen können. Sie mitreißen voller Schwung oder sie uns begleiten lassen hinab in unser Tal...
Und so wie Du kenne ich die Momente, in denen in mir alles stumm ist und kein Wort aus meinem Bauch heraus über die Finger auf die Tastatur fließen will... Worte aus dem Kopf sind oftmals seelenlos - und ich habe gelernt, an diesen Tagen innezuhalten, nicht zu schreiben...
Das ist auch gar nicht schlimm... Wer uns bis hierher begleitet hat, den holen wir auch wieder ein, ganz gleich, ob heute, morgen oder eines Tages...
Wunderschön geschrieben Helma und so wahr.
AntwortenLöschenWorte besitzen eine unglaubliche Macht und wenn man sich dessen bewusst ist, ist es wie eine messerscharfe Waffe, welche man zu handhaben wissen muss.
Und genauso stellen sie eine wunderbare, in Buchstaben, Worte und Sätze gebannte Form von Gefühlen da, welche tiefer gehen können als so manche Berührung.
Vielleicht ist die gelegentliche Abwesenheit von Schreibmuse & Lust, die natürliche Selektion des Kopfs, dass solch seelenlosen Worthülsen nicht in die Finger, nicht auf das Papier fließen...
Die Pause ab und an ist vielleicht einfach nur die Ruhe vor dem nächsten (Kreativ-)Sturm, wer weiß das schon so genau.
AntwortenLöschenNur weil du einen Blog hast, mußt du dich nicht gezwungen fühlen, schreiben zu müsen. Mir liegt viel mehr an Qualität als an Quantität.