Es ist der 11. September 2001 am Nachmittag. Ich komme gerade aus der Uni und bin alleine zuhause und hänge auf der Couch ab. Nebenbei läuft der Fernseher, während ich eine Kleinigkeit esse. Ich lasse mich vom Fernsehprogramm berieseln. Alles ist irgendwie … chillig.
Plötzlich sehe ich im laufenden Fernsehprogramm ein Laufband eingeblendet: „Sportflugzeug ins World-Trade-Center eingeschlagen.“. Na ja – ich denke mir noch nichts dabei. Kann ja vorkommen, dass da so ein irrer Sportpilot sich verfliegt und dann da reinkracht. Bin weiter entspannt und schaue ob sich noch was essbares in der Küche finden lässt.
Ich schalte um auf RTL, sehe Peter Klöppel und ich sehe es in seinen Augen, dass da in New York etwas passiert, das ihm Sorge bereitet. Ich sehe den Nordturm, wie er in Rauch eingehüllt ist. Erst jetzt fange ich an, mich mit dieser Situation auseinanderzusetzen, sehe dieses Word-Trande-Center, stelle mir gerade vor, wie viele Menschen dort wohl gerade arbeiten und leben und schiebe das Essen weg. Ich fange an, zu begreifen, dass das niemals ein Sportflugzeug sein kann und ich weiß nicht, was da passiert.
17 Minuten später sehe ich live, wie das zweite Flugzeug in den Südturm einschlägt. Ein Gefühl der Ohnmacht stellt sich ein. Peter Klöppel informiert, dass der gesamte Luftraum der USA gesperrt ist.
Die Meldungen überschlagen sich. Von einem weiteren Flugzeug ist die Rede. Mir ist inzwischen richtig schlecht, sitze wie ferngesteuert vor diesem Fernseher und verliere das Zeitgefühl. Das dritte Flugzeug schlägt ins Pentagon ein. Ab jetzt ist mir klar – nach diesem Tag wird die Welt anders sein als davor.
Es ist 15:59 Uhr deutscher Zeit. Der Südturm stürzt ein. Diese Bilder sind einfach unglaublich. Es gibt keine Sender, der nicht über dieses Ereignis berichtet. Etwa 30 Minuten später: Der Nordturm stürzt ein. Die Skyline von Manhattan wird komplett in Asche und Rauch gehüllt.Stumm sitze ich vor dem Fernseher und versuchen, zu verstehen. Es wird von einem weiteren Flugzeug berichtet, das aber offensichtlich sein Ziel – den Landsitz des Präsidenten – verfehlt hat. Ich sehe Menschen, die sich aus den brennenden Türmen fallen lassen. Mir laufen die Tränen über die Wangen. Ich versuche mir vorzustellen, wie viele Menschen getroffen wurden. Ich kann mir das Getummel in New York vorstellen, sehe diese Rauchwolke, die aus der Ferne von Helikoptern gefilmt und live übertragen wird. Peter Klöppel moderiert unaufhörlich aber irgendwie erreicht mich seine Stimme nicht mehr.
Schön geschrieben.
AntwortenLöschenDas war einer dieser Tage, von denen man immer wissen wird, wo man zu diesem Zeitpunkt gewesen ist.
Ich saß im Garten und arbeitete, als meine Mom -die New York liebt und wenige Wochen vorher erst da war- angerufen, ich solle ganz schnell den Fernseher einschalten.
Ich hab´s getan und bis spät in die Nacht wie paralysiert die Bilder betrachtet, die sich mir boten.
Und das macht auch die ganze Sache aus: Die Bilder.
Wir lassen JEDEN TAG tausende Kinder sterben. Einfach so. Aus Hunger und Krankheit.
Nur dazu gibt es keine so spektakulären Bilder.