Dienstag, 19. April 2011

Man müsste einfach anfangen...

… und wieder sitze ich vor einem weißen Blatt, nehme einen Stift und fange einfach an, drauf los zu schreiben. So ist es fast immer. Selten weiß ich im Voraus, was es wird. Manchmal höre ich nach drei Zeilen wieder auf, weil sich kein Sinn ergeben will. Die Seiten bleiben liegen – ich kann keine Fortsetzungen. Bei Kurzgeschichten nehme ich mir immer vor, sie nachzubearbeiten. Tue es aber nicht. Ich hebe sie eigentlich nicht mal richtig auf. Es gibt keinen besonderen Ort, an dem ich sie ablege. Meist verschwinden sie irgendwo zwischen Rechnungen und amtlichen Schreiben oder, wenn sie auf virtuellem Papier sich befinden….verschwinden sie in unsortierten Ordnern . Oder irgendwo für immer. In den vergangenen Jahren habe ich so viele leere Bücher gekauft. Von außen wundervoll gestaltet und immer dachte ich, genau dieses leere DIN A4 Büchlein wird das, wo mein erstes Buch darin steht. Manche habe ich benutzt, andere zweckentfremdet, manche stehen ungenutzt im Bücherregal und warten auf irgendwas. Wenn ich ehrlich bin, mag ich leer Seiten sehr gerne. Da ist noch alles möglich. Da kann noch alles passieren.

Es ist gut möglich, dass sich in Wirklichkeit kein Mensch auf dieser Welt für meine gesammelte Hirngrütze interessiert. Genausogut ist es wahrscheinlich, dass ich selbst dem nur wenig Bedeutung beimesse. Aber wenn sich dieses virtuelle weiße Blog-Blatt gerade füllt, bin ich dem Leben und dem Schreiben wieder ein bisschen näher gekommen und habe es mit einer weiteren Erfahrung angereichert. Und vielleicht ist es nur das: jemanden daran teilhaben zu lassen. Und weil man es lesen muss, bestimmt man selbst das Maß. Wie am Telefon, wenn man einfach auflegt, weil man es nicht mehr hören will – der Leser entscheidet selbst, ob er die Pointe noch mitbekommt.

Das Telefon klingelt, ich bin raus.

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