Samstag, 16. Oktober 2010

Die Fratzenfiebel


Das erste, was ich morgens anschmeiße (noch vor Photoshop) ist Facebook. Ich Zicke nicht, ich spiele nicht, ich kokse nicht – meine schlechte Angewohnheit heißt Facebook.

Und jetzt schaue ich mir diese "Freunde" an und denke “Puh, och ne.” Die eine habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen. Die andere konnte ich schon in der Schule nicht ausstehen. Die da braucht eine Woche, um auf eine Nachricht von mir zu reagieren. Und der dort postet mir permanent Schwachsinn auf die Pinnwand.

Irgendwie verliert Facebook hin und wieder den Reiz.

Und ich frage mich, wie war das denn damals, VOR Facebook, Twitter, StudiVZ, Xing, Myspace?! Als ich nicht das unnatürlich starke Bedürfnis hatte, jedem Furz aus meinem Bekanntenkreis sofort mitzuteilen, wenn ich zu IKEA fahre oder die Milch alle ist? Diese Trivialitäten des Alltags, die doch keinen interessieren, weil sie einfach in der langweiligsten aller Formen auf irgendeine Pinnwand gerotzt werden.

“Heute Abend fette Party!”

“Mein Freund ist ja so ein Arsch.”

“Hurra, mein Hund ist stubenrein.”

Verzeihung, aber wenn der Tag mit “Guten Morgen an alle” & "Ich brauch einen Kaffee" & "Die Sonne scheint" nur zu spontaner Narkolepsie führen.

Das ist die eine Sache, und die andere ist nun mal, dass ich in die meisten Profilbilder meiner Freunde glotze und denke “Isch habe eusch nüschts zu sagen!” Wenn ihr wissen wollt, was mich beschäftigt, ruft mich doch an, schreibt ‘nen Brief, malt mir ein Bild. Wenn ihr die Fotos meines letzten Urlaubs sehen wollt, kommt vorbei, ich mache euch ne Flasche Wein auf und zeige sie euch.

Facebook an sich ist eine gute Sache, um Kontakt mit Leuten zu halten, um sich auszutauschen, um Links und Bilder mit einander zu teilen – aber ich habe zudem noch Twitter & ich habe meinen Blog,

Und eine Pinnwand auf der niemals “Die Milch ist alle.” erscheinen wird. Vielleicht “Fuck. Der Wodka ist alle.” aber es ist ja wohl verständlich, dass ich derlei Nöte dann auch mit der Welt teilen muss.

Lange Rede, kurzer Sinn: wenn die Failwhale ihr grausames Terrorregime der unkreativen Langweile auf meine Facebookstartseite posten scrolle ich schneller als ich kucken kann und wenn ich jemals so angeödet sein werde, dass ich mein Umfeld ebenfalls anöden....dann wird mein account gelöscht!!!11

Bis dahin, Schalom...

1 Kommentar: