Donnerstag, 21. Mai 2009

Biss zum Morgengrauen...

21:45h: Ich sitze vor meinem Computer und stelle fest: Mit ganz viel Pech könnte das eine lange Nacht werden. Eine sehr lange.
Ein (oder auch mehrere) Exemplar der Gattung Tipula oleracea hat sich den Weg is Wohnzimmer gebahnt. Wie es das geschafft hat...die installierte Selbstschussanlage unbeschadet zu überwinden, ist mir noch immer ein Rätsel.

22:30h: Ich verfolge die Verdrängungsstrategie und surfe im Internet rum. Insgeheim weiß ich aber, dass die Konfrontation mit dem Eindringling nur aufgeschoben ist.

23:30h: Langsam werde ich müde. Einfach das Licht ausmachen und schlafen. Das wäre schön.

00:00h: Ich lade mir dann noch ein Paar alte Dr. House Folgen runter.... die kleine Tischlampe ist dabei eingeschaltet und mit dieser dämmrigen Lesefunzel versuche ich das Monster anzulocken. Der Trick gelingt, schemenhaft schwebt es mehrere Male an mir vorbei und setzt auch zum Landeanflug auf meinen Körper an. Mit wilden Gesten versuche ich, es aus der Luft zu fangen. Es ist zu klein - und ich bin zu langsam.

00:45h: Ich mache den ersten Rundgang durchs Zimmer um den Feind aufzuspüren, doch leider ist er nicht so blöd, sich mir an der weißen Wand oder Zimmerdecke im offenen Kampf zu stellen.

01:00h: Versteckspielen ist mir um diese Zeit einfach zu blöd. Ich lösche das Licht und hoffe, dass ich vor dem nächsten Angriff einfach schnell einschlafe. Zu früh gefreut. Kaum hab ich meine Augen zu, startet Tipula oleracea seine nächste Attacke. Dieses unverkennbare Summen, das mich selbst mit 3kg Koks und 4 Litern Jack Daniels im Blut aus dem Koma reißen würde, hört nicht auf meine Gehörgänge zu malträtieren.

01:15h: Ich frage mich, warum das Vieh mich nicht einfach sticht und dabei seine Schnauze hält. Damit wäre allen beiden geholfen. Ich verfasse einen Beschwerdebrief an Charles Darwin. Hier hat die Evolution mal wieder gründlich daneben gelangt. In Schnakenkreisen muss sich mittlerweile rumgesprochen haben, dass ich das nahrhafteste Blut in ganz Gibraltar zu bieten habe.

01:45h: Waidmannsheil, die Jagd geht in die zweite Runde. Wo steckt das Mistvieh? Um es aus seinem Versteck zu treiben, schnapp ich mir das Kopfkissen und wirbel es in einem konzentrischen Kreis um meinen Kopf. Dummerweise hält sich Tipula oleracea wacker in seinem Versteck...

02:15h
: Ich gebe mich vorübergehend geschlagen. Licht aus. Bzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz

02:45h: Licht an. Letzter Versuch. Ich entdecke Tipula oleracea an der Wand direkt über meinem Kopf. Mein Herz pocht. Jetzt oder nie! Die Muskeln bis zum bersten gespannt, hole ich zum finalen Todesstoß aus. Getroffen, Tipula oleracea taumelt, bäumt sich ein letztes Mal auf, ich setze nach, zweiter Treffer. Tipula oleracea haucht sein Leben aus - in meinem Schlafzimmer. Ich hüpfe ums Bett und zelebriere meinen Sieg.

03:15h: Ich bin geschafft und lausche gespannt in die Dunkelheit. Doch nichts rührt sich mehr. Ich schlafe ein.

09:00h: Ich wache auf und frage mich: Wer hat die Viecher eigentlich erfunden und vor allem - wozu?

Wenn das die Schweizer waren, rühr ich nie wieder ein Ricola an. Ich bin heute von 4, in Worten VIER, roten, juckenden und dicken Stichen verziehrt. Die stellen sind alle gut gewählt und ich hatte heute gut damit zu tun mich an den Beinen zu kratzen. Dank einer dunklen Denim Hose hatte ich plötzlich sogar blaue Figernägelspitzen.
Da ich mich nicht ausziehen wollte... ja,ja... mein Schamgefühl ;-) anbei eine ungefähre Vorstellung meiner verstochenen unteren Körperpartie.
Ach ja... und Dominik hat mal wieder keinen einzigen ab bekommen. Sowas von unfair !

1 Kommentar:

  1. „Tipula oleracea“ WAS??? Meinst du eine Mücke? Denen wünsche ich auch nichts als den Tot. Da würde ich auch den Zusammenbruch jeglicher Nahrungsketten bevorzugen, wenn es die nicht mehr geben würde. Die sind aber auch dumm. Wenn sie nicht so blöd summen und jucken würden, könnte die mich auch sausaugen…“mir doch egal“. Aber so! Krieg!

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